Ein herausragender Punkt in der Tagesordnung der letzten Ortschaftsratssitzung war der Antrag der Verwaltung bezüglich eines zu fassenden Aufstellungsbeschlusses für ein Baugebiet Heidenheimer Straße und Esslinger Straße. In der Vorlage der Verwaltung ist die Rede von einem Baugebiet auf ca. 5,2 ha mit 170 Wohneinheiten, wobei ein Drittel in verdichteter Bauweise ausgeführt werden soll

Dazu mussten wir als folgende Grundüberlegungen anzustellen:

1. Im gesamten Stadtgebiet wie in der Region haben wir einen dramatischen Wohnungsmangel und hier besonders in einem bezahlbaren Preissegment. Diese hohe Nachfrage nach Wohnraum und Bauplätzen gilt auch, so die Ortsverwaltung, für unsere beiden Ortsteile. Dies hat mannigfache Ursachen wie

    • zusätzliche Gewerbegebiete und Ansiedlungen von Firmen in der Region; d.h. zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten vermehrter Wohnraumbedarf. Auch unser Gewerbegebiet in Palmbach und die Fortentwicklung unserer örtlichen Betriebe fordern mehr und dazu bezahlbaren Wohnraum. Wohnraum ist eine ökonomische wie soziale Standortfrage von höchster Bedeutung.
    • eine erhöhte Nachfrage von alleinstehenden Personen; Stichwort: Single-Haushalte
    • zentrale Bildungseinrichtungen in Karlsruhe wie 6 Hochschulen, zentrale Ausbildungseinrichtungen, hochwertige Firmen und zentrale Behörden und Gerichte.
    • Migration und Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland.

2. Natürlich wird dies unseren Ort Grünwettersbach verändern und es wird eine Mehrbelastung auf uns alle zukommen, sei es der Verkehr und die Parkraumsituation, die Wasser- und Abwassersituation, die zusätzlichen oder erweiterungsbedürftigen Infrastrukureinrichtungen wie Kita und Grundschule, ÖPNV und vieles mehr.

Wir müssen bei einer Bebauung von einem Zuwachs der Bevölkerung in absoluten Zahlen von 200-300 Personen ausgehen und natürlich ist eine weitere Bebauung ein grundsätzlicher Eingriff in die Natur und hat damit ökologische Folgen.
In der Abwägung dieser schwierigen Frage hat die SPD-Fraktion diesem Aufstellungsbeschluss zugestimmt, allerdings stellen wir folgende Bedingungen an den Bebauungsplan, der dann als Satzungsbeschluss die umfängliche baurechtliche Situation beschreibt.

    • Die neuen Wohneinheiten müssen sich siedlungsgeografisch in das Gesamtortsbild einfügen.
    • Die gesamten Versorgungs- und Entsorgungsleitungen müssen dem höheren Gebrauch und Verbrauch angepasst werden
    • Eine ökologisch und klimaverträgliche Energieversorgung
    • Eine ausreichende Berücksichtigung der Verkehrs- und Parkraumsituation
    • Eine ausreichende Infrastruktur bezüglich unserer Bildungseinrichtungen
    • Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, stellen wir die Forderung nach einer Beteiligung gemeinnütziger Wohnungsbaugesellschaften wie z. B. die Volkswohnung.

Die SPD-Fraktion wird diesen weiteren Prozess kritisch und wachsam begleiten, denn wir, der Souverän, fasst letzten Endes diesen doch sehr weittragenden Beschluss.